Bienensterben 2026: Warum viele Bienenvölker den Winter nicht überleben

Close-up of bees on a honeycomb frame in a beehive in KL, India, showcasing beekeeping in action.

Der Winter ist für jedes Bienenvolk eine harte Zeit. Während wir Menschen uns ins Warme zurückziehen, müssen die Bienen im Stock monatelang mit ihren eigenen Vorräten überleben. Für viele Imker endet der Winter deshalb mit einer bangen Frage: Wie viele Völker haben es geschafft?

Auch bei Imker Thorsten Lutz war der Start in die Saison 2026 ernüchternd. Nur etwa die Hälfte seiner Bienenvölker hat den vergangenen Winter überlebt. Trotz üblicher Behandlungen gegen Krankheiten und Parasiten gingen mehrere Völker verloren.

Damit ist er leider nicht allein.

Hohe Winterverluste bei Bienenvölkern

In den letzten Jahren melden viele Imker steigende Winterverluste. Experten gehen inzwischen davon aus, dass im Durchschnitt etwa ein Viertel der Bienenvölker den Winter nicht überlebt. In manchen Regionen können die Verluste sogar deutlich höher ausfallen.

Auch starke Schwankungen sind typisch: Während einige Imker kaum Verluste haben, verlieren andere einen Großteil ihrer Völker. Selbst Fachleute können nicht immer genau erklären, warum einzelne Völker zusammenbrechen und andere problemlos überleben.

Warum sterben Bienenvölker im Winter?

Meist gibt es nicht nur eine Ursache, sondern mehrere Faktoren, die zusammenkommen.

Die Varroa-Milbe
Der größte Feind der Honigbiene bleibt die Varroa-Milbe. Sie lebt parasitisch an den Bienen und vermehrt sich in den Brutzellen. Die Milben schwächen die Tiere und übertragen zusätzlich Viren. Ohne Behandlung kann ein Volk innerhalb weniger Monate zusammenbrechen.

Krankheiten und Viren
Durch die Varroa-Milbe verbreiten sich verschiedene Viren im Bienenstock. Besonders im Herbst kann ein eigentlich stark wirkendes Volk plötzlich zusammenbrechen.

Wetter und Klima
Milde Winter oder sehr wechselhafte Temperaturen können den Bienen ebenfalls Probleme bereiten. Wenn die Völker zu früh brüten oder lange aktiv bleiben, verbrauchen sie ihre Vorräte schneller.

Nahrungsmangel im Herbst
Ein Bienenvolk muss mit ausreichend Futter in den Winter gehen. Wenn der Herbst zu trocken war oder wenig Trachtpflanzen vorhanden sind, kann das Volk geschwächt in die kalte Jahreszeit starten.

Ein schwieriger Start ins Bienenjahr

Wenn viele Völker verloren gehen, beginnt für Imker eine aufwendige Aufbauphase. Neue Ableger müssen gebildet werden, Königinnen nachgezogen und die Bestände langsam wieder aufgebaut werden.

Viele Imker versuchen, ihre Verluste durch Ablegerbildung oder den Zukauf von Kunstschwärmen auszugleichen. Trotzdem dauert es oft mehrere Jahre, bis sich ein Bienenbestand wieder vollständig erholt.

Warum Bienen trotzdem so wichtig sind

Bienen sind für unsere Umwelt unverzichtbar. Sie gehören zu den wichtigsten Bestäubern von Nutz- und Wildpflanzen. Weltweit sichern sie einen enormen Teil der landwirtschaftlichen Erträge.

Ohne Bienen gäbe es deutlich weniger Obst, Gemüse und viele andere Pflanzen.

Gerade deshalb engagieren sich Imker wie Thorsten Lutz mit viel Leidenschaft für ihre Bienenvölker – auch wenn es manchmal Rückschläge wie in diesem Winter gibt.

Hoffnung für die Saison 2026

Trotz der Verluste blickt Imker Thorsten Lutz nach vorn. Mit den verbliebenen Völkern startet er in die neue Saison. Im Frühjahr werden Ableger gebildet, um den Bestand wieder aufzubauen.

Die Hoffnung bleibt, dass das Jahr 2026 ein gutes Bienenjahr wird – mit starken Völkern, viel Blüte und einer erfolgreichen Honigernte.

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